Es gibt Tage, da bin ich dankbar – aus tiefstem Herzen.
Für das, was ist. Für das, was mich trägt. Für das, was möglich ist.
Für die Menschen in meinem Leben.
Und dann gibt es diese anderen Tage.
Tage, an denen ich erschöpft bin. Müde bis in die Knochen, bis in jede einzelne Zelle.
Der Kopf leer, kein klarer Gedanke will bleiben. Dünnhäutig im Herzen, müde in der Seele.
Lange dachte ich, ich müsste mich entscheiden.
Entweder dankbar sein – oder erschöpft.
Entweder positiv, gut gelaunt – oder ehrlich und auch mal traurig, schlecht drauf, still.
Doch das Leben hat mir etwas anderes gezeigt.
Alles darf gleichzeitig da sein.
Und ja, alles gehört zu mir.
Ich kann dankbar sein für den Rahmen, der mich auffängt, wenn es schwierig wird.
Für Wege, die nicht perfekt sind, aber möglich.
Und gleichzeitig darf ich sagen: Es ist viel. Manchmal zu viel.
Dankbarkeit macht Erschöpfung nicht ungültig.
Und Erschöpfung nimmt der Dankbarkeit nichts weg.
Es gibt Tage, da bin ich müde vom Tragen.
Vom Organisieren. Vom Starksein. Vom Immer-weiter-machen.
Und trotzdem weiß ich, dass ich nicht allein bin.
Dass es Halt gibt – auch wenn er sich manchmal unscheinbar anfühlt.
Halt, den ich in mir gefunden habe.
Und Halt bei anderen Menschen.
Früher habe ich meine Erschöpfung oft klein gemacht.
Habe mir gesagt, ich dürfte mich nicht beschweren.
Anderen gehe es doch viel schlechter.
Heute weiß ich: Gefühle lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen.
Mein Müde-Sein darf da sein.
Meine Dankbarkeit auch.
Vielleicht liegt genau darin etwas Heilsames.
Nicht alles schönzureden. Aber auch nicht alles schwer zu machen.
Sondern beidem Raum zu geben.
Zwischen Dankbarkeit und Erschöpfung liegt das echte Leben.
Unaufgeräumt. Widersprüchlich. Menschlich.
Und vielleicht müssen wir gar nichts auflösen.
Vielleicht reicht es, ehrlich hinzuspüren.
Und uns selbst darin ernst zu nehmen.
Du bist genau richtig, so wie du bist!
Schreibe einen Kommentar